Vision in die Zukunft!

Eine April-Scherz-Geschichte? Wollen wir es hoffen.

von einem Redakteur der Zukunft

Es ist der 1. April, irgendwann in näherer Zukunft. Sagen wir 2025.

Heute Morgen hatten wir Besuch einer jungen Dame. Sie wies sich als Beauftragte zur Kontrolle der nationalen Sicherheit aus. „Sie wolle mal nach dem Rechten sehen”.

Wir staunten nicht schlecht. Und der Besuch kam denkbar unpassend. Unsere „kleine” Tochter stand gerade in der Haustüre und verabschiedete sich gerade für den Schulweg, sie ist jetzt fast 13 Jahre alt. Vorher hatte sie mit ihrem neunjährigen Bruder gestritten, da dieser heimlich ein Spiel an ihrem Smartphone ausprobierte. Beide hatten rote Backen und noch leicht wütende Tränen in den Augen.

Die Dame schaute, nickte bedenklich in sich hinein und tippte eine Notiz in ihr elektronisches Sicherheitssystem.

„Wie kommen wir zu der Ehre Ihres Besuchs?” fragte meine Frau.

Meine Frau ist Schwäbin. Vorgestern war sie mit unserer Großen (24 Jahre, Grundschullehrerin) einkaufen. Und da gab es ihren italienischen Lieblings-Kräuterlikör im Super-Sonder-Angebot, ebenso der Wodka, den unsere Große für eine geplante Party gut gebrauchen konnte. Meine Frau kaufte jeweils zwei Flaschen. Natürlich „mit Karte”.

Bargeld gibt es ja nicht mehr.

Ich wusste davon nichts, ich kontrolliere die Einkäufe meiner Frau eher selten.

Gestern bestellte ich im Internet drei Flaschen „Whisky” (Single Malt). Zwei davon brauche ich für Geburtstags-Geschenke, eine Flasche für mich selbst. Ab und zu trinke ich abends mal ein Gläschen und genieße den torfigen Geschmack (es ist ein sehr guter Single Malt, nicht der Whisky vom Discounter, der sich eigentlich nicht Whisky nennen sollte).

„Sie haben ungewöhnlich viel Alkohol erworben” sagte die Frau der nationalen Sicherheit.

Im selben Augenblick kam ich die Treppe runter. Gestern hatte ich einen „harten Arbeitstag”. Die Börse will nicht so, wie ich wohl will und ich hatte zahlreiche Telefonate und das Verfassen von drei Börsendiensten hinter mir. Von den Leser-Fragen ganz zu schweigen (wenn mich noch einmal jemand fragt, wie er ganz sicher sein Geld verdoppelt, rate ich ihm ins Casino zu gehen …).

Spät zu Hause angekommen, gönnte ich mir gestern Abend noch ein Bierchen in meiner Dachboden-Bibliothek und schmökerte in alten Börsenbüchern. Mit der leeren Flasche Bier kam ich also leicht verlottert (mit Jogging-Hose und T-Shirt, keine Socken!) die Treppe runter.

Die Dame schaute mich an, nickte nun sehr bedenklich in sich hinein und tippte eine weitere Notiz in ihr elektronisches Sicherheitssystem.

Offensichtlich bekam sie gerade eine Nachricht, denn sie blickte kurz auf Ihr elektronisches Sicherheitssystem-Smartphone. Sie zog die Stirn nach oben.

Sie sagte dann: „Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass ihre Bedenklichkeits-Punkte zur Erhaltung der nationalen Sicherheit gerade ein bedenkliches Maß erreicht haben!”

Meine Frau und ich schauten ebenso bedenklich, erstaunt und fragend.

„Sie haben große Mengen Alkohol erworben. Und nebenbei: Ihre Kinder wirken morgens schon seelisch instabil.”

Sie wandte sich an meine Frau: „Sie erklären mir bitte die großen Mengen Alkohol in ihrem Haushalt.”

Zu mir sagte sie nur: „Und Sie haben offensichtlich ein Alkohol-Problem”.

„Und Sie haben offensichtlich ein metastasierendes Fantasie-Potenzial” sagte ich.

Die Dame schaute und tippte kurz auf ihr elektronisches Sicherheitssystem. Meine Aussage kann natürlich als Bedrohung einer Staatsbeauftragten verstanden werden.

Nun gut.

Felix, wieder (und wie immer) gut gelaunt, fragte die Dame: „Kann ich Ihnen einen Kaffee anbieten?”

Das macht er neuerdings immer, wenn Besuch kommt. In diesem Fall noch bevor der Besuch den schwarzen Mantel ablegen konnte.

Kürzlich fragte er auch den Postboten. Leider hatte der keine Zeit.

Die Dame wurde weiß im Gesicht. „Trinkst Du etwa schon Kaffee?”

Sie machte eine weitere Notiz.

Natürlich trinkt er noch keinen Kaffee. Aber das kann die Dame ja nicht wissen.

Doch so dramatisch das alles klingt … alles löste sich in Wohlgefallen auf.

Naja, fast alles.

Wir mussten nur nachweisen (elektronisch), dass unsere Kathi tatsächlich eine (genehmigte) Party plante, dass der Kräuterlikör im Sonderangebot war und dass zwei Menschen aus meinem Freundeskreis bald Geburtstag haben.

Allerdings das mit der Flasche Bier war natürlich schon etwas bedenklich. Und natürlich die Bedrohung einer Staatsbeauftragten. „Sie haben vorläufig Alkohol-Konsum-Verbot” meinte sie dann trocken zu mir, als ich sie höflich und mit einem kleinen (wirklich klitzekleinen) arroganten Lächeln verabschiedete.

Später am Tag kaufte ich meiner Frau eine kleine Schachtel Pralinen.

Ich schaute nicht wirklich auf den Inhalt. Hauptsache Pralinen und eine bestimmte Marke musste es sein („nicht die Billigen!”).

An der Kasse blinkte auf einmal ein rotes Licht, als ich meine Karte in den Kartenleser schob. „Ich muss Sie bitten, hier zu warten und sich nicht zu bewegen” sagte die Kassiererin. Die Leute hinter mir in der Schlange gingen sofort auf Sicherheitsabstand.

Kurze Zeit später kam ein (unauffälliges) Auto mit quietschenden Reifen.

Drei Herren (offensichtlich Sicherheitsbeamte) stiegen aus. Einer von Ihnen sagte: „Sie sind vorläufig festgenommen. Sie haben ihr Alkohol-Konsum-Verbot gebrochen!”

Mist, aber selber schuld.

Denn auf der Pralinen-Packung stand ja laut und deutlich „teilweise mit Alkohol”.

Das nächste Mal passe ich besser auf. Aber ich kann doch nicht an alles denken!

Zum Glück habe ich bald den Termin zur Stirn-Hirn-Chip-Einpflanzung.

Dieser Chip misst dann alles (wirklich alles, Alkohol-Konsum, Sexual-Verhalten, Händewaschen nach dem Toilettengang … das ist wichtig für die Krankenversicherungs-Berechtigung) und hilft mir dabei mein Leben ordentlich zu führen. Bereits beim Blick auf die Pralinen-Schachtel hätte es dann in meinem Hirn rot geblinkt statt (wie peinlich) an der Kasse.

Dann kann ich endlich mein Leben so gestalten, wie es sich wirklich gehört!

Allerdings kann ich auch dann nicht mehr solche Texte wie diese schreiben. Naja, bisschen Verlust hat man immer …

Viel Erfolg in Ihrem Leben
Ihr

Redakteur der Zukunft


Übrigens!

ZukunftsvisionWir haben es in der Hand, dass es genau dazu nicht kommt.

Wir müssen uns nur endlich der Tatsachen bewusst werden was da mit uns Allen geplant ist.

Wehren wir den Anfängen und lassen wir uns nicht alles gefallen.

Es ist Zeit aufzubegehren. Für jeden von Euch. Selbst wenn es Euch momentan vielleicht noch recht gut geht, so fragt Euch bitte selbst: Wie lange noch?

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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Kommentare

Kommentare

3 Replies to “Vision in die Zukunft!”

  1. Wall Street Pirate

    Na, Du bist vielleicht ein Vogel.
    Paß auf, daß sie Dich nicht einmal doch erwischen!
    Der Arm der Staatsanwaltschaft reicht auch nach Uruguay 🙂

    1. Peter Post author

      Aber nicht der Deutsche 🙂 Außerdem weshalb?
      Ich habe niemandem etwas persönlich getan auch wenn es krankhafte Idioten gibt die alles auf sich selbst beziehen und herum jammern weil sie mit sich selbst nicht im Reinen sind, da sie in ihrem Leben noch nie was gescheites auf die Reihe brachten, außer vielleicht das System, welches sie versklavt, zu unterstützen.