Uruguayische Staatsbürgerschaft

Mein erster Versuch.

Rückblick auf 10 Jahre Uruguay.

Hallo aus Uruguay,

im letzten Artikel, Geld kommt immer wieder, erzählte ich Euch wie sich mein Leben wandelte. Vorher arm wie eine Kirchenmaus und dann, dank meiner Mutter, vom einen auf den anderen Moment war ein wenig Kohle da mit der man auch etwas anfangen kann.

Nachdem die Erweiterung meiner kleinen Hütte zu einem kleinen Häuschen fertig gestellt war, lernte ich auch durch ein Programm im Internet, ich weiß jetzt nicht mehr, war es Twoo oder Badoo, na ja ist ja eigentlich auch egal, beide Programme dienen dazu eventuell jemanden kennen zu lernen, also ich hab damit tatsächlich eine Frau kennen gelernt. Wir haben uns getroffen usw. Fakt ist, ich wollte eine Rundreise mit meinem schönen neuen Wagen unternehmen. Schließlich muss man ja das Land in dem man lebt etwas kennen lernen. Folglich bot es sich an, dass ich mit der Frau zusammen und natürlich mit Puck diese Rundreise unternahm.

Unendliche Weiten erlebt man in Uruguay.

Geplant war eine Woche, Uruguay ist ja nicht groß. daraus wurden mal eben 3 Tage, dann war ich wieder zu Hause und die Dame ebenso. Seither haben wir uns nie mehr wieder gesehen. Die Fahrt allerdings war sehr interessant 1700 km in 3 Tagen. Imposant war die Weite des Landes. Es gibt Stellen, da schaust Du wirklich von Horizont zu Horizont und Du siehst nur grün, ein paar Bäume, ansonsten nur plattes Land. Die Städte in Uruguay sind typisch für Südamerika. Quadratisch, praktisch und eigentlich langweilig.

Bauten

Typische Häuser in Südamerika. Überall ziemlich gleich.

Die Häuser, man kennt sie aus dem TV in manchen Western. Flach mit ner Mauer ums Dach auf dem man sich Sonnen oder die Wäsche aufhängen kann. Wer also eine Stadt gesehen hat, der kennt auch die Andere. Einzig alleine die Satanspaläste, ich meine die Kirchen natürlich, heben sich etwas ab vom allgemeinen Allerlei. Natürlich gibt es die eine oder andere schöne Ecke in jeder Stadt, die findet man aber nicht bei einer Durchfahrt.

Der Staudamm vom Rio Uruguay in Salto, drüber für eine Straße nach Argentinien.

Interessant bei dieser Rundfahrt war der Staudamm in Salto bei dem Strom für zwei Länder produziert wird in dem man den Rio Uruguay dort zu einem riesigen See gestaut hat. Es ist auch die Grenze zu Argentinien welches da ebenfalls von mit Strom beliefert wird. Genau an dieser Stelle hat sich auch Uruguay vom letzten großen Stromausfall in Argentinien, welcher bis nach Uruguay reichte, verabschiedet in dem es die Verbindung nach Argentinien für eine Weile kappte.

Zu erwähnen wäre noch, der Grenzübertritt in Artigas nach Brasilien, das Gleiche in Rivera, Chuy und auch in Rio Branco. Keinerlei Kontrollen zwischen den Ländern. Es stehen zwar ein paar Hanseln da, aber die wollen lieber ihre Ruhe haben. Das erklärt auch wie letztens über 800 Taschen voll mit Kokain in Uruguay in einen Container nach Hamburg gelangen konnten. Uruguay ist kein Land in dem es Kokain gibt.

Grenze

Offene Grenzen zwischen Brasilien und Uruguay. Hier in Chuy

Ende des Jahre 2015, ich war ja nun 6 Jahre in Uruguay und das ist die Voraussetzung zum erlangen der Staatsbürgerschaft, habe ich versucht diese zu bekommen. Habe alle Papiere besorgt und mir auch den Nachweis bei der Bank geholt, dass ich solange meine Konto habe und auch über entsprechende Kontobewegungen verfüge.

Ausgestattet damit bin ich dann aufs Gericht in Montevideo um ganz stolz alles zu präsentieren. da fehlten mir 6 Monate in denen ich nicht auf der Bank war. Wozu auch, ich hatte eh keine Kohle zu dieser Zeit. Ergo der erste Versuch war gescheitert. Der Sachbearbeiter meinte ich solle in 1-2Jahren wieder kommen oder mir, was einfacher wäre, eine uruguayische Frau suchen und diese heiraten, dann bekomme ich die Staatsbürgerschaft von alleine.

Jetzt bitte überlegt einmal wie schnell man ich Deutschland „Deutscher“ wird wenn man aus dem richtigen Land kommt.

Ich fuhr natürlich etwas enttäuscht nach Hause.

Die Papiere zu dem ganzen Akt liegen auch heute noch in einem Umschlag im Auto. Ich habe sie nie mehr angefasst seit dem Tag.

Nun ja ich denke irgendwann so nach 15 oder 16 Jahren werden sie mir diese Staatsbürgerschaft freiwillig anbieten. Fehlt ja nicht mehr viel, 2 Drittel davon habe ich ja schon hinter mir.

Eigentlich ist es mir auch schnurz piep egal ob ich nun Deutscher, der ich in meinem Herzen ja immer bleiben werde, oder Uruguayer bin. Es geht mir eigentlich nur um einen Reisepass. Nicht, dass ich jetzt unbedingt verreisen möchte. Nein einfach die Gewissheit zu haben, dass man es jederzeit könnte wenn man wollte. Natürlich könnte ich auch in die deutsche Botschaft gehen und mir meinen Reisepass verlängern lassen. Aber ne genau das will ich eben nicht. Für mich sind deutsche Behörden und alles was damit zu tun hat, gestorben. Besonders nach meinem letzten Erlebnis in dieser Botschaft, als ich meine Vollmacht für meinen Bruder, Zwecks der Erbschaft, dort beglaubigen lassen wollte. Nein, da will ich nicht mehr hin und die Beglaubigung hat dann damals eine uruguayische Notarin vorgenommen.

Reisen kann ich natürlich innerhalb des Mercosur auch ohne Reisepass. Dafür reicht meine hiesige Cedula. Selbst nach Deutschland könnte ich noch mit dem alten Pass fliegen, aber das wieder raus aus Deutschland würde dann zu einem sehr großen Problem werden. Also lieber nicht.

Überhaupt, Reisen? Ich habe es so schön zu Hause, ich will eigentlich gar nicht weg.

Ich bin sesshaft geworden und übernehme immer mehr die uruguayische Mentalität.

Doch darüber schreibe ich dann im nächsten Artikel.

Wie immer danke fürs lesen.

Liebe Grüße aus dem schönen Uruguay

Peter

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