Ein Unwetter über Uruguay.

Ein unruhige Nacht!

Hallo aus Uruguay,

am Abend des 13.12, also vor nicht ganz 3 Tagen, so gegen 19.30 fing bei uns ein Gewitter an. Gewitter sind ja etwas ganz normales. Doch dieses hier zeigt gleich zu beginn seine wahre Kraft und Stärke. Es sendete uns den ersten Blitz und Donner in der selbem Sekunde, dazu noch einen Schlag der nur darauf zurück zu führen war, dass ein in der Nähe liegender Transformator unseres Stromanbieters getroffen wurde. Es ging das Licht aus.

Ok Stromausfälle in Uruguay sind eigentlich nichts besonderes. Hier steht nicht eine solch wunderbar strukturiertes und redundantes Stromnetz wie in Deutschland. Wenn aber der Abend so anfängt….

Ich war gerade in der Küche um das Abendessen zuzubereiten als es knallte. Mir ist fast der Kochlöffel vor Schreck aus der Hand gefallen. Das Essen brutzelte allerdings weiter weil wir hier mit Propangas kochen. Es wurde lediglich fast dunkel, denn um 19.30 geht auch hier im Moment das Tageslicht zu neige. Da wir für solche Fälle gewappnet sind habe ich erst einmal die nötigen Batterie betriebenen LED Lampen hervor geholt um für ein gewisses Licht zu sorgen.

Zu meiner Maus sagte ich: “Das wird wohl eine romantische Nacht werden”

Mit Strom war in dieser Nacht nicht mehr zu rechnen.

Das Essen war fertig und wir ließen es uns erst einmal schmecken und tranken dazu auch noch ein schönes Gläschen Wein. Anschließend wurden noch ein paar Kerzen aufgestellt und der Internet freie Abend wurde dann noch richtig gemütlich. Ein frühes ins Bett gehen war dann angesagt.

Die Nacht wurde allerdings recht unruhig, denn es blitze und krachte in allen Ecken, dazu kam Wind und heftiger Regen, also ein wirkliches Unwetter und das in einem dunklen Haus.

Dennoch schliefen wir, ja auch die Hunde, bis zum morgen als um ca. 6.30 Uhr es wieder einen Blitz und Schlag in der selben Sekunde gab. Es war also fast direkt über uns und musste wohl irgendwo eingehauen haben.

Blitzschlag

Blitzschlag 30 Meter vom Haus entfernt.

Bis um 7.30 Uhr haben wir uns noch im Bett rumgedrückt und gegen 8 Uhr war ein Ende des Sturms und Regens abzusehen.

Zeit für einen Rundgang um sich die Folgen anzuschauen.

Es hat in dieser Nacht ca. 190 Liter pro qm geregnet. Als ich mit Gummistiefeln raus ging sah ich noch die Fluten abfließen. Die kleinen Äste und Zweige welche am Boden lagen sind nicht weiter tragisch. Doch als ich hinter unsre große Baumreihe ging sah ich die Bescherung. Da hat doch ca. 30 Meter vom Haus entfernt wohl um 6.30 Uhr der Blitz in einem Baum eingeschlagen und diesen ca. Mittig abgebrochen. Die recht große Krone diese Baumes fiel dann in den Garten und ungünstiger Weise auf unseren schönen Feigenbaum von dem wir dieses Jahr wohl nichts mehr ernten werden, denn der ist erst einmal platt und benötigt dann wieder ein paar Jahre um sich zu erholen.

Gut der Baum, das gibt schönes Feuerholz für den kommenden Winter.

Blitzschlag die Krone

Und mitten drauf auf den Feigenbaum

Dann ging ich mal über das Grundstück. Eine Plane war eingerissen! Ein Vogelkäfig den wir auf einem Tisch abgestellt und abgedeckt hatten wurde von einer Windböe vom Tisch geweht und ist auf dem Kopf gelandet. dadurch hat sich natürlich die große Tür geöffnet und unsre 3 Nymphensittiche haben das Weite gesucht. Ob sie das wohl überleben? Schade drum.

Wenn ich schon mal draußen bin konnte ich auch gleich mal einen gang um den Blog machen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen wie viel Wasser wo steht und abfließt.

Beim einen Nachbarn stand das Wasser vor dem Haus ca. Knöcheltief und lief über die Strasse. Beim Nächsten, er hat sich einen kleinen See baggern lassen von dem nichts mehr zu sehen war denn das Wasser hatte sich fast über sei n gesamtes Grundstück ausgebreitet.  Nur sein Haus welches wohl wissend etwas erhöht gebaut wurde ragte noch aus dem Wasser.

Überall lagen abgebrochene Zwei ja ganz Äste, welche einen Mensch erschlagen können, herum. Unser idyllisches Brückelchen, an dem ein kleiner Weiher gestaut wird, hat sich zu reißenden Fluss entwickelt.

Kurz und gut, in den nächsten Tagen und Wochen gibt es wieder mal viel zu tun.

Der Strom blieb dann noch bis gestern Mittag weg. Die hatten wohl sehr viel zu tun. Wie gut, dass hier Nachbarschaftshilfe groß geschrieben wird und meine Freund, welcher mehr zentral wohnt und keinen Stromausfall hatte, konnte mir  seinen Generator zur Verfügung stellen, damit wir unseren Kühl und Gefriergeräte kalt halten konnten.

Fazit:

In den nun  mehr als 9 Jahre welche ich hier in Uruguay lebe, habe ich schon so einige schlimme Unwetter mitgemacht. Diese hier war wohl das zweit Schlimmste von Allen. Das Erste dauerte doch glatt 4 ganze Tage und sorgte im Abschluss für einen Stromausfall für ca. 1 Millionen Menschen.

Wir haben es überlebt. Wir kennen nun die Schwachstellen wo noch ausgebessert werden muss und wo wir noch für einen autarken Strom investieren müssen.

Das Grundstück und natürlich das Haus selbst übersteht noch stärkere Regenfälle. Allerdings werde ich von all den Bäumen welche ich fällen wollte doch noch ein oder zwei stehen lassen, denn diese sind prima Blitzableiter.

Gut, dass der Strom weg war, denn bei dem Einschlag so nahe am Haus kann man davon ausgehen, dass sämtliche Elektrogeräte hinterher defekt gewesen wären.

Vorgestern kam dann wieder die Sonne raus und es wurde noch ein wunderbarer Sonnentag. Ebenso gestern und heute. Ein Wetterchen zum SIE sagen, mit strahlend blauen Himmel bei 33 Grad.

Für morgen ist aber schon wieder das gegenteil angekündigt. Schaun mer mal was und wies wird.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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