Die uruguayische Mentalität.

Aus der Sicht eines Deutschen!

Rückblick auf 10 Jahre Uruguay.

Hallo aus Uruguay,

tja, das mit der Staatsbürgerschaft war ja dann 2016 ein Schuss in den Ofen. Meinen 60. habe ich in diesem Jahr ruhig und nur mit wenigen Freunden zusammen gefeiert. War ja nichts Wichtiges.

UY reisepass

Der uruguayische Reisepass, das Ziel welches ich erreichen will.

Überhaupt Freunde.

Ja es gibt sie, die Deutschen Freunde auch hier in Uruguay, man lernt sich zufällig kennen weil sich die Hunde gegenseitig beschnuppern oder mein Puck, einem Anderen mal zufällig in die Eier beißt, was dem Herrchen natürlich nicht gefallen hat, das „lass das“ aber von meine Seite qualifizierte mich für eben für dieses Herrchen eindeutig als Deutschen und so konnten wir uns dann unterhalten und sich somit eine Freundschaft, die bis heute anhält, entwickeln. Natürlich gibt es auch noch viele Andere mit denen man eine lose Bekanntschaft führt. Wenn aber fast direkte deutsche Nachbarn, nur weil man nun ein paar Hunde besitzt, nicht mal mehr grüßen, zeigt es doch welchen Wert diese bekannte Nachbarschaft doch hat. da muss ich dann wieder sagen, dass mir die Liebe eines jeden unserer Hunde wichtiger und ehrlicher ist als dieser Nachbar.

Aber auch sonst, sind die Deutschen, na ja ich würde mal sagen mit Vorsicht zu genießen.

Nicht umsonst gibt es den Spruch:
„Nimm Dich in acht vor Sturm und Wind und Deutschen die im Ausland sind.“

Doch ja da ist etwas dran. Deutsche, egal wo man sie sieht, sie erkennt man auf den ersten Blick. Normal sollte man meinen, müsste es doch einen freundlichen Kontakt zwischen Landsleuten geben. Aber weit gefehlt, die Meisten, und weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe, ich nun auch, wollen mit anderen Deutschen relativ wenig zu tun haben.

Schlechte Erfahrungen?

Nun ich stand eines Samstag Morgens auf dem Markt am Fleischerwagen in der Warteschlange als ich hinter mir vertraute Laute wahr nahm. Ein deutsches Pärchen unterhielt sich. Stören wollte ich nicht, aber höflich sein, wie sich normalerweise gehört, somit warf ich ein freundliches Guten Morgen in die Runde.

Hui das hätte ich besser nicht getan. Schnappatmung, böser Blick und sonst nichts war das was ich als Reaktionen erntete. Wie konnte ich es wagen Guten Morgen zu sagen?

Seit diesem Tag, wenn ich Deutsche sehe und man sieht es ihnen an dass sie welche sind, oder höre mache ich eine großen Bogen um ja nicht aufzufallen. Eigentlich traurig so etwas schreiben zu müssen. Aber so ist es tatsächlich. Und ich bin ja normalerweise ein kommunikativer Mensch der niemandem etwas Schlechtes will.

Tja und nun kommen wir zu den Uruguayern und Ihrer Mentalität.

Im Gegensatz zu den Deutschen sind die Urus weitaus offener. Sie sind in der Regel sehr neugierig, hilfsbereit und wenn die anfängliche Scheu mal abgelegt ist auch sehr kommunikativ. das heißt sie wollen sich mit Dir unterhalten und versuchen auch, gerade wenn Du die Sprache nicht beherrschst, Dir mit ihrem bisschen English, welches sie irgendwann mal gelernt haben, entgegen zu kommen. Ist ja ein feiner Zug aber nicht immer unbedingt hilfreich. Denn wir wollen ja spanisch lernen oder?

Man muss das aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Sie meinen es eben gut und wollen helfen.

Die Urus sind in meinen Augen ein liebenswertes Völkchen. Sie sind meist ruhig, ja sie habe etwas was wir Deutsche schon lange nicht mehr haben, Zeit! Sie nehmen sie sich einfach. Nichts ist so Wichtig als dass man es nicht mit ausreichend Zeit machen könnte. Und schaffst Du es heute nicht, dann machst Du eben morgen weiter. Es sei es ist unheimlich wichtig. ja dann wird auch mal ran geklotzt, so, dass es zumindest nicht weiter belästigt.

Von den Urus können wir Deutsche uns ruhig mal ne Scheibe abschneiden.

Fußball

Fußball, der Nationalsport in Uruguay

Aber auch bei den Urus ist nicht alles Gold was glänzt.

Politisch gesehen stehen sie uns Deutschen nichts nach. Auch sie, wie soll es auch anders sein, das System ist das Gleiche, werden manipuliert bis zum geht nicht mehr. Die Urus vertrauen auf ihre Demokratie und Wahlen. Zumindest funktioniert es hier sollte man meinen, denn hier gibt es eine Wahlpflicht und wer nicht wählen geht muss zahlen. Somit kann man davon ausgehen, dass es wenigstens so einigermaßen zu einem ehrlichen Wahlergebnis kommt.

Ansonsten sind die Urus ein fröhliches Völkchen, sie feiern gut und gerne. Fußball ist Volkssport Nummer 1, da wird alles für stehen und liegen gelassen und Leute wie ich, welche damit nichts am Hut haben, mit Unverständnis betrachtet. Gleiches gilt auch für den Karneval und die doofe Knallerei an Weihnachten und Sylvester. Es würde aber niemanden einfallen jemanden der dies alles nicht mag anzufeinden. dafür sind die Urus wieder zu friedlich.

Karneval Uruguay

Zwar vielfach Sexy aber es wird nur getrommelt.

Überhaupt Uruguay, Du kannst hier tun und lassen was Du willst, solange Du mit Deinem Tun nicht andere belästigst oder gar gefährdest. Wenn dann der Nachbar mal ne Party feiert und es etwas laut wird, dann regt man sich nicht drüber auf, sondern man geht hin und feiert eben mit. Mach das mal in Deutschland, da wird dann eher die Polizei gerufen. das ist die Mentalität welche ich so zu schätzen gelernt habe und von der ich mir versuche eine möglichst große Scheibe anzuschneiden.

Natürlich gibt es auch welche mit denen man nichts anfangen kann. Aber die gibt es überall und das ist nicht sonderlich erwähnenswert.

Tja 2016 änderte sich dann doch noch etwas für mich. Mein Kollege und Freund aus Deutschland mit dem ich schon sehr lange zusammen arbeite und ohne den alles was ich im Internet auf die Beine stellte nicht funktionieren würde, hatte die Schnauze voll von Deutschland und er kam nach Uruguay.

Platz hatte und habe ich ja genug, also wurde in ausreichendem Abstand eine Hütte gezimmert wo er trocken und im Winter auch warm leben konnte. Haushalts technisch teilten wir uns fortan die Arbeit. Einer kochte der Andere spülte. Aber sonst ging jeder seinen Weg. Er wohnt immer noch hier, hat aber nun selbst seinen eigenen Haushalt.

Das war dann auch die Zeit wo wir unser Nexusnet gegründet haben.

Davon dann mehr im nächsten Artikel.

Wie immer danke fürs lesen.

Euch Allen ganz liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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4 Replies to “Die uruguayische Mentalität.”

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  2. Mona Armand

    An den Partys an Silvester nähme ich sogar noch teil. Ich hätte nur ein Problem damit, wenn die UY’er es nicht akzeptierten, wenn ich Einladungen zu Stierkämpfen nicht annähme, denn diese lehne ich generell ab. In Spanien ist das kein Problem, da dort kein Zwang besteht, an so etwas teilzunehmen und viele Spanier selber da nicht mehr hingehen.

    Ansonsten ein sehr schöner Bericht – die Mentalität in UY würde mir zusagen. Wahrscheinlich würde ich den Kontakt zu den meisten Deutschen auch meiden, und mich eher den dort Einheimischen zuwenden. Hierzu sind aber gute Spanischkenntnisse erforderlich, um sich hinreichend verständigen zu können.

    1. Peter Post author

      Mona, ich denke hier gibt es keine Stierkämpfe. Zumindest habe ich hier noch nie etwas davon gehört und gesehen. Habe gerade meine Maus gefraagt, nein gibt es hier nicht. Ergo brauchst Du da auch keine Angst vor zu haben.
      Im Übrigen wird man in Uruguay zu nichts gezwungen 🙂

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