6.Jahrestag! Ausgewandert

Hallo aus Uruguay,

6 Jahre ausgewandert und 6 Jahre eingewandert!

Jep die Zeit vergeht!

Nun sind es schon 6 Jahre die ich nicht mehr in Deutschland weile.

6 Jahre in denen sehr viele froh waren und wahrscheinlich noch sind, dass ich nicht mehr wieder gekommen bin aus meinem Urlaub in den ich damals flog 🙂

6 Jahre in denen sich mein Leben sehr zu meinem Vorteil verändert hat.

6 Jahre in denen ich lernen musste wieder selbst für mich zu denken.

6 Jahre in denen ich die Entwicklung in Deutschland von außen her verfolge und somit besser informiert bin als die meisten Deutschen in Deutschland.

6 Jahre in denen ich mich mit den größten Lügen der deutschen Geschichte beschäftigen konnte und mir somit mache verborgene Wahrheit klar wurde.

6 Jahre in denen ich in keinem Moment meinen Schritt bereut habe obwohl mir der Abschied von meinen Lieben nicht gerade leicht gefallen ist und ich diese immer noch vermisse.

6 Jahre die mich zu einem anderen Menschen machten. Frei und unabhängig. Unbequem war ich schon immer und das werde ich auch bleiben.

6 Jahre die ich Danke sage zu einigen Wenigen! Besonders zu denen die mich vorher schon kannten und heute auch noch da sind und ganz besonders zu demjenigen den ich damals noch nicht kannte, aber ohne dessen Hilfe und Unterstützung es für mich bestimmt sehr viel schwerer geworden wäre.

6 Jahre die nicht immer einfach, aber dennoch einfach schön waren.

Danke auch an meine damalige Einwanderungshelferin welche den ganzen Papierkrieg für mich erledigt hat und mir der ich heute immer noch in Kontakt stehe. Es gibt also auch anständige in diesem Berufszweig!

Und ganz besonders möchte ich mich auch nochmals nachträglich bei meiner Mutter bedanken welche sich vor mehr als 2 Jahren auf die nächste Stufe unseres Seins verabschiedete und es mir somit ermöglichte noch etwas freier zu agieren.

Uruguay - klein, fein, frei!

Uruguay – klein, fein, frei!

Rückblick!

Du kommst in ein fremdes Land und bist Einer unter Vielen.

Niemand weiß woher du kommst, niemand kennt Dich und auch niemand interessiert sich für Dich. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Du bist da und kennst NICHTS!

Alles musst Du selbst erkunden. Die Sprache musste Du lernen, die Feinheiten der Gesellschaft des Landes in dem Du zukünftig leben willst. In einem Land in dem es keinerlei sozialen Auffang gibt ist es nur natürlich, das jeder erst einmal an sich selbst denkt. Vielleicht nicht Alle aber doch 99%

Somit ist man natürlich in der unbekannten Gesellschaft sehe schnell ein Opfer welches man gerne ausnehmen kann und auch nimmt. Ja auch mir erging es so!

Lehrgeld bezahlt denke ich jeder der auswandert!

Akklimatisierung!

Der Eine braucht länger bei dem Anderen geht es schneller. Ein gewisse Zeit benötigt aber jeder.

Du musst lernen die ersten eigenen Schritte im neuen Land zu gehen. Du bist wie ein Baby das nicht kennt. Alle ist eben anderes. Doch es geht, auch wenn es eine gewisse Zeit braucht. In dieser zeit ist man allerdings nicht in der Lage sich auch noch um seinen Lebensunterhalt zu kümmern. Deswegen sollte jeder für eben diese Zeit ein ausreichendes finanzielle Polster haben oder bereit sein zu entsprechende Abstrichen in der Lebensqualität. ( Ja auch ich hatte zu wenig und war auch noch naiv und dumm!)

Das erste Jahr.

Wer es bis dahin geschafft hat, dem ist schon ein Meilenstein gelungen. Der hat gezeigt, das er sich durch beißen kann und will. Der wird nicht so schnell aufgeben und wieder abhauen. Es ist dann die Zeit, in der man sich richtige Gedanken macht wie man sein zukünftiges Leben mit was finanziert. Man hat gelernt, dass die Arbeit im neuen Land noch weniger vorhanden ist als da wo man herkommt. Der monatliche Verdienst eher dem eines Apfels und einem Ei entspricht wovon niemand wirklich leben kann.

Die Einheimischen, die machen das was man uns in Deutschland lange ab erzogen hat. Die Leben in einem familiären Zusammenhalt wo jeder etwas zum Leben beisteuert. Dazu kommt, dass man auch mit sehr viel weniger zufrieden ist. Das muss man als Deutscher erst einmal verstehen und lernen.

Ab dem 2. Jahr fing es an normal zu werden.

Ja ich fand so langsam meine Weg. Ich hatte einen Platz gefunden an dem ich mich wohl und zu Hause fühlte. Arbeitstechnisch ging es auch so ganz langsam voran, die ersten paar selbst verdienten Kröten wanderten in meine Tasche und im folgenden Winter konnte ich mir erstmals etwas wärmendes für meine Hütte zulegen. Das war schon ein Fortschritt, denn den ersten Winter überlebte ich nur mich doppeltem Trainingsanzug 3 paar Socken usw. Nur gut, das die Winter in Uruguay nur Nachts kalt werden, dafür hatte ich meinen bis minus 7 Grad zugelassenen Schlafsack. 🙂

Nach dem 3. Jahr.

Ein Leben immer noch auf Sparflamme. jeder Peso musste herumgedreht werden. Viel kam noch nicht rein. Betteln war auch nicht möglich und auch nicht mein Ding. Lieber lebte ich arm und glücklich in einem freien und warmen Land als reich und unglücklich und Deutschland.  Wobei reich nur ein Floskel ist.

Die Arbeit ging aber langsam voran und brachte doch immer mehr in die Kasse. Glückliche Umstände ermöglichten es mir dann doch etwas freier zu werden. Wo ich vorher mehr als zurückgezogen lebte, konnte ich mich dann doch endlich auch mal etwas am hiesigen Leben beteiligen. Freundschaften bildeten sich die bis heute anhalten.

Das Leben wurde immer besser, die gefühlte Freiheit ließ mich aufleben. Das Geschehen in Deutschland wurde immer schlimmer und mit jedem Tag mehr dachte und sagte ich mir doch, wie froh ich darüber bin hier zu sein und nicht mehr in Deutschland leben zu müssen.

Einziger Wermutstropfen daran sind eben meine Kinder und Enkel, denen ich es leider nicht ermöglichen kann mit hierher zu folgen wo sie sicherlich sicherer leben könnten als da wo sie sich im Moment aufhalten.

Wenn mich heute jemand nach 6 Jahren fragt, ob ich es nochmals mache und auswandere, dem sag ich ganz klar JA, mit einer kleinen Einschränkung, 10 Jahre früher! Und wieder nach Uruguay? Auch hier kommt ein klares JA. Uruguay ist klein ist fein und hier kann man sich, wenn man seinen Platz gefunden hat, nur wohl fühlen.

Inzwischen wachsen meine beruflichen Tätigkeiten, welche weitgehend mit dem Internet zu tun haben. Die Entwicklungen zeigen was wir benötigen. Diesem möchten wir, mein  Partner und ich, gerecht werden und aus diesem Grund entwickeln wir etwas, was uns alle dienlich sein kann. Ein Vorschau darauf werde ich in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Ich lebe meine Träume, habe mich zum Schreiber entwickelt und berichte immer wieder in meinen Blogs über das Eine oder Andere brisante Thema.

Mein besonderer Traum, ein Leben ohne Geld, in einer dadurch besseren Welt wird gerade zu meinem Lieblingsthema.

Zum Abschluss!

Ich kann jedem der Auswandern möchte nur empfehlen: lebe Deinen Traum, gehe Deinen Weg der findet sich aber erst wenn du los gegangen bist.

Niemand wird durch ein auswandern zu schaden kommen. So lange Deine Zeit noch nicht gekommen ist wird Dir nichts passieren. Es findet sich immer etwas. Glück, Fügung oder andere Ereignisse mit denen man niemals rechnen konnte.

Wer immer nur an die eigene Sicherheit denkt wird niemals glücklich werden.

Liebe Grüße aus Uruguay

urulogo3

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Kommentare

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25 Replies to “6.Jahrestag! Ausgewandert”

  1. Tala Tonweya

    Hallo Peter,
    dann probiere ich die o.g. Frage nach dem „Mindestmitnahmekapital“ mal anders zu formulieren wie oben: Mit wieviel Geld bist Du nach Uruguay rüber ? Da kann Dir dann keiner am Zeug flicken……*smile, denn das ist dann ja schon 6 Jahre her.