2009 das Jahr geht zu Ende.

Rückblick auf 10 Jahre Uruguay.

Hallo aus Uruguay,

nachdem die erste Woche in Uruguay eigentlich wie im Flug vergangen war, so geht das ja im Urlaub auch meistens, wurde es auch bis zum Jahresende eigentlich niemals langweilig.

Die nähere Umgebung von Montevideo wollte erkundet werden. Somit war viel spazieren gehen angesagt.  Ich leistete mir den Luxus ein Taxi anzuhalten und bat den Fahrer mich ein wenig herum zu fahren um mir ein Bild von den Ausmassen von der weitern Innenstadt zu machen. Es war eine nette und freundlich Fahrt mit vielen Erklärungen welche ich zum großen Teil kaum verstanden habe. Dennoch lernte ich etwas von der Stadt kennen.

Im Oktober war es dann soweit, ich bekam meine erste Cedula ( ID-Karte) für ein Jahr, das hieß ich durfte da bleiben. Ich hatte erst einmal alle Voraussetzungen erfüllt. Alles weitere sieht man dann in einem Jahr.

Jetzt ging es darum das weitere Leben oder sagen wir überleben abzusichern. Die mitgebrachte Barschaft reichte ja nicht ewig und wann wieder etwas dazu kam, stand damals noch ganz gewaltig in den Sternen. Mit 53 war ich für eine Rente noch viel zu jung. Somit musste irgendwie ein Verdienst geschaffen oder erschaffen werden. Ein geregelte Arbeit zu bekommen war schlicht aussichtslos weil mir die sprachlichen Voraussetzungen dafür fehlten. Zum Taxi fahren hatte ich keine Lust und dazu fehlte mir auch die Ortskenntnis. Die bekommt man zwar zwangsläufig beim Fahren, das geht aber nur in Deutschland und dann wenn man sich verständigen kann.

Nun gut, es gibt ja das Internet, damit kann man irgendwie Geld verdienen, das war mir schon immer recht klar gewesen. Mit meinem kleinen mitgebrachten Netbook, das sind Computer für die Westentasche, klein praktisch aber für den Dauergebrauch nicht zu gebrauchen, konnte ich nur bedingt etwas anfangen.

Also musste ein PC her.

Uruguay war zu diesem Zeitpunkt noch recht weit hinter den allgemeinen Standards hinterher. Es gab zwar Computer, aber diese waren erstmal total überteuert und dann dazu noch veraltet. Ich sucht im Internet und fand nichts. Halt doch da war doch was. Hui Mist das ist ja in Buenos Aires.

Ok ich sprach mit meiner Vermieterin und wir buchten einen Trip nach Buenos Aires um dort ein Motherboard und CPU sowie Ram zu kaufen. Meine Festplatte von Deutschland befand sich in meinem Gepäck und ein Gehäuse gab es auch in Montevideo. Der Zusammenbau für mich war etwas normales.

Die Reise verlief gut. Mit dem Bus nach Colonia, mit der Fähre nach BA, mit dem Taxi zum Shop und wieder zurück zur Fähre und dann wieder zurück nach Colonia. Am Zoll das gleiche Spiel wie bei meiner Ankunft, ich bin einfach durchgegangen und Niemand hat mich aufgehalten. Am nächsten Tag in Montevideo kaufte ich mir noch ein Gehäuse und dazu einen Monitor, baute das Ganze zusammen und hatte meinen ersten PC in Uruguay.

Der Anfang war gemacht.

In den folgenden Monaten bis zum Jahresende, die Zeit flog ja förmlich dahin, suchte ich und versuchte ich so einiges um hier und da etwas Geld zu verdienen. Mir war schnell klar, ich brauchte eine neue Domain. Dies war die Geburtsstunde von DEURU.com. Deuru? Eine Zusammensetzung von DE für Deutschland und URU für Uruguay. Dass man daraus auch noch etwas Anderes machen konnte ergab sich mir erst sehr viel später.

Fortan war ich mit der Erstellung einer Seite beschäftigt. Lernte die Stadt und ein paar Leute kennen, versuchte so wenig wie möglich aufzufallen, schaute mir das Leben und Treiben an und feierte schließlich zusammen mit meiner Vermieterin und Ihrer Familie ein Weihnachten bei mehr als 30 Grad und Feuerwerk am Abend. Eine Woche später, das gleiche Spiel an Silvester. Die Urus knallen und feiern halt sehr gerne.

Feiern in Montevideo

Die Urus feiern gerne viel und laut, dann sieht das in etwa so aus in Montevideo.

Heimweh?

Nein das kam eigentlich bis heute nicht auf. Sehnsucht nach meinen Kinder und Enkeln ja, die war da und die habe ich auch heute noch. Aber sonst fühlte ich mich recht wohl in meiner Haut.

Übers Internet lernte ich dann auch nette Leute kennen wobei sich sogar eine richtige Freundschaft entwickelte, welche im späteren Verlauf des Jahres 2010 noch sehr wichtig für mich wurde.

Doch davon dann mehr im nächsten Artikel.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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